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„Und was machst Du denn so politisch?“ – „Ich bin Mitglied der Bezirksvertretung Elberfeld-West!“

Max Artiel

Von Max Guder

So oder ähnlich beginnen viele Gespräche beim Kennenlernen, auf der Straße, auf Geburtstagsfeiern oder in der virtuellen Welt, wenn es ins persönlichere geht und man die Hobbys, Ehrenämter und Interessen seines Gegenübers erfahren möchte. Ja, manchmal ist das Gespräch dann schnell zu Ende. Ob aus politischem Desinteresse oder der Unlust, darüber zu sprechen, was wohl so eine Bezirksvertretung ist und warum man auch noch irgendwie der Meinung ist, dass man sich mit hoher Motivation in die Kommunalpolitik begibt. Was für den einen das Fußballtraining oder der Yoga-Nachmittag ist (mache ich übrigens auch – ist super!), ist für den anderen eben das politische Engagement vor der eigenen Haustür. Manchmal geht das Gespräch dann aber auch weiter: „Was ist eine Bezirksvertretung?“ – „Eine Bezirksvertretung ist in einer kreisfreien Stadt die politische Vertretung eines Stadtbezirks.“, ist dann meine wunderbar statische Antwort.

Wuppertal hat zehn Stadtbezirke, Elberfeld West ist einer davon und umfasst die Quartiere Brill, Arrenberg, Nützenberg, Zoo, Sonnborn und Varresbeck. Die Bezirksvertretung entscheidet über die Belange eines Stadtbezirks, der Rat über die Belange der ganzen Stadt. In der Hierarchie steht die Bezirksvertretung also unter dem Rat der Stadt Wuppertal.

Genug Statik. „Was heißt das jetzt konkret, hau mal raus!“

Bitte schön: Ich möchte versuchen, es anschaulich zu erklären und einfach mal aufschreiben, was im Jahr 2017 in der Bezirksvertretung Elberfeld West so gewesen ist. Viel Spaß beim Lesen…

In den insgesamt sechs Sitzungen der Bezirksvertretung im Jahr 2017 und zahlreichen weiteren Gesprächen haben wir entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung unseres Stadtbezirks nehmen können. So freuen wir uns über die Entwicklung des Neubaugebietes Kirchhofstraße („Zooterrassen“), dessen Bau in diesem Jahr an den Start gehen wird. Gespannt sind wir zu dem auf die Entwicklung des Schotterplatzes neben der Sonnborner Hauptkirche. Hier sollen eine Kita und Wohnbebauung entstehen. Damit der Aufschwung Sonnborns weiter vorangeht, werden wir auch dieses Vorhaben weiterhin begleiten. Nicht zuletzt freuen wir uns über die Aufnahme der Wiederherstellung der Brücke Kirchhofstraße im städtischen Haushalt 2019/2020. Dies ist auf eine Initiative meiner SPD-Fraktion zurückzuführen. Am Beispiel der Brücke Kirchhofstraße zeigt sich, dass sich die beharrliche Arbeit von Bezirksvertretungs- und Ratsfraktion auszahlt. Angesichts der vielen maroden Bauwerke in unserer Stadt, können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Aber natürlich behalten wir alle weiteren Bauwerke im Auge, auch die gesperrte Jakobstreppe ist uns nach wie vor ein Anliegen und die erneute Verschiebung in den Haushalt 2021/2022 für uns nicht akzeptabel! Zu begrüßen ist natürlich auch die Entwicklung rund um das Stadion am Zoo. Während die Sanierung des Stadionnebenplatzes bereits begonnen hat, kommt es aufgrund einer noch ausstehenden vergaberechtlichen Fragestellung zu Verzögerungen bei der Sanierung der Turnhalle. Aber auch hier sind wir guter Dinge, dass dieses Projekt in 2018 in Angriff genommen wird. Dabei wollen wir die Situation rund um das Gebäude der Schützengilde hinter der Turnhalle nicht aus den Augen verlieren.

Web Max

Max Guder ist Autor und Mitglied der Bezirksvertretung Elberfeld-West und sehr aktiv in seinem Quartier am Arrenberg.

Hohe Wellen in der Öffentlichkeit hat auch die vorgestellte Planung für ein Multifunktionsgebäude über der Gegengerade inkl. der seit langem geforderten Überdachung der Nord-Tribüne geschlagen. Wir würden uns sehr über diese Investition freuen und alle Wege nutzen, um mit den Anwohnern im Zoo-Viertel im Gespräch zu bleiben. Besonders die angespannte Parksituation rund um den Zoo an einigen Tagen im Jahr sollte im Zuge dieses Projektes gelöst werden.

Auch am Arrenberg geht die Entwicklung weiter. Die Dezembersitzung der Bezirksvertretung fand im neuen Bürgerzentrum „Aufbruch“ in der Fröbelstraße statt. Der Verein Aufbruch am Arrenberg hat diesen in Eigenregie und auch mit Hilfe aus den freien Mitteln unserer Bezirksvertretung renoviert und eingerichtet. In Zukunft findet dort das Stadtteilmanagment statt. Überhaupt konnten wir wieder viele Vereine und Gruppen aus den freien Mitteln der Bezirksvertretung unterstützen. Zum Beispiel der offene Ganztag der GGS am Nützenberg für die Anschaffung von IPads zur Unterstützung gestalterischer Arbeit, sowie einige Elterninitiativen für die Anschaffung von pädagogischem Material u.v.m. Zur Erklärung: jede Bezirksvertretung verfügt über einen kleinen, aber feinen Betrag sogenannter „freier Mittel“. Vereine und Organisationen, die im Stadtbezirk aktiv sind, können an die Bezirksvertretung Anträge stellen, wenn Umbauten, Aktionen oder Aktivitäten im oder für den Stadtbezirk geplant sind.

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Der Arrenberg von oben. Im Zentrum das rote Fabrikgebäude, indem sich heute unter anderem das „Café Simonz“ befindet.

Reichlich Grund zur Diskussion gab es im zweiten Halbjahr über die Verkehrssituation rund um die neue Kita Arrenberger Straße. Die Eltern wünschen sich einen Durchlaufschutz vor der Tür der Kita an der Bordsteinkante. Eine andere Fraktion möchte gleich den ganzen Bereich zur Spielstraße erklären. Beides schwierig bis unmöglich, sagt die Stadt. Erst als ein Elternvertreter, nach einem Jahr vorausgegangener und von uns unbemerkter Diskussion mit der Stadt, Gast einer unserer Bezirksvertretungssitzungen war, kam Bewegung in die Sache. Zumindest ein provisorischer Durchlaufschutz wurde schnell errichtet und soll nach Beendigung der Bauarbeiten auf dem Bürgersteig fest installiert werden. Zudem haben wir uns dem Verwaltungsvorschlag angeschlossen, den Bereich vor Kita, Jugendtreff und Spielplatz in der Arrenberger Str. im Straßenbereich großflächig rot zu kennzeichnen, um eine erhöhte Aufmerksamkeit bei den Autofahrer*innen zu erreichen.

Uns ist dieses Beispiel aber nochmals Mahnung dazu, die Bezirksvertretung und unsere SPD-Fraktion als kompetente Ansprechpartner in diesem Jahr noch stärker in das Bewusstsein der Bürger*innen zu rücken, um Konflikte und Problemstellungen aus den Quartieren zeitnah angehen und einer Lösung zuführen zu können! Auch in diesem neuen Jahr gibt es dazu z.B. die Möglichkeit an den für alle öffentlichen Fraktionsvorbesprechungen teilzunehmen. Diese finden statt jeweils am 21. Juni, 6. Oktober, 30. Oktober (einmalig am Dienstag, aufgrund von Feiertagen!) und 29. November um 18.00h im SPD Ortsvereinsbüro in der Sonnborner Str. 130. Jedes Thema, jede Anregung, jede Kritik aus und für unseren Bezirk ist willkommen!

Man liest also, langweilig ist das Politik machen in so einer Bezirksvertretung nicht. Man kümmert sich um die Dinge, die vor der eigenen Haustür passieren. Man kann Dinge im Kleinen anstoßen und verändern. Natürlich geht es nicht um große weltverändernde Entscheidungen, es geht um alltägliche Dinge, die das nachbarschaftliche Leben direkt beeinflussen. Und genau das ist es, was mein Hobby ist und was für mich dieses Hobby ausmacht. Weiter geht’s…!