Aktuell

Der Fortschritt eint Ökologie und Ökonomie

Artikel Hölter .png

Von Robin Hölter


Vielerorts argumentieren Umweltpolitiker in erster Linie gegen eine freie und florierende Wirtschaft. Sie sehen das Ökonomische als Objekt staatlicher Kontrolle zugunsten des Ökologischen. Doch das ist eine Umweltpolitik, die der Gegenwart nicht mehr gerecht wird – Und erst recht nicht der Zukunft. Ein Kommentar zur Lage der Debatte.

Die Geburt des Umweltschutzes aus dem Geist des Anti-Kapitalismus

Es ist ein Mythos, aber er hält sich hartnäckig: Geschäftsführer interessieren sich nicht für die Umwelt, wirtschaften aus Prinzip nicht nachhaltig und drücken am liebsten jeden Abend vor dem Schlafengehen noch eine Zigarre auf dem Rücken von Mutter Natur aus. Dieses negative Vorurteil hat etwas mit der Herkunft des forcierten Umweltschutzes aus dem anti-kapitalistischen Milieu der 70er Jahre zu tun.

Die Wirkmacht dieser Klischees resultiert in einer Politik, die die Wirtschaft unter einen unangemessenen Generalverdacht stellt. Gerade in der heutigen Zeit von papierlosen Büros, digitalem Arbeiten und einem Trend zu nachhaltigen Programmen im Sinne einer neuen Corporate Social Responsibility ist dieser Generalverdacht jedoch mehr als überholt. Und es ist ebenfalls dieser Generalverdacht, der den Blick auf das tatsächliche Verantwortungsbewusstsein zahlreicher Unternehmer verstellt.

Moderne Umweltpolitik vertraut auf das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen

Die Berücksichtigung der nachhaltigen Verhältnisse in modernen Unternehmen darf natürlich nicht zu dem Schluss führen, dass wir keine umweltpolitischen Gesetze und deren Durchsetzung mehr brauchen. Das wäre sicherlich naiv. Wir sollten aber aufhören, umweltschädigendes Verhalten per se vorauszusetzen und die Wirtschaft daher nicht länger vorab in ein enges Korsett von Regularien und bürokratischen Belastungen stecken.

Denn es gibt zahlreiche Herausforderungen im Bereich Energie und Mobilität, die wir nur mit einer frei agierenden Wirtschaft werden meistern können. Solange der Staat jedoch versucht, das Ökonomische gezielt zu lenken, anstatt lediglich die Ziele seiner Entwicklung vorzugeben, wird keine echte Dynamik bei der Entwicklung alternativer Mobilitäts- oder Energieformen möglich sein. Wir brauchen den Mut, den nötige Freiraum für Fortschritt zu geben. Denn es ist gerade dieser Fortschritt, der Ökologie und Ökonomie im 21. Jahrhundert einen wird.