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Nächster Stopp Utopia – Die Welt muss sich wandeln!

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Von Phillip Applegate

Nächster Stopp Utopia. Die Menschheit besitzt unglaubliche Fähigkeiten, die unsere Erde in ein Paradies verwandeln könnte. Wir hängen uns jedoch an einfachen Fragen auf, die bereits klar beantwortet sind. Es gibt einen Rückwärtstrend und die Restriktiven werden laut. Es wäre klüger, wenn wir die großen Probleme dieser Welt lösen. Warum tun wir das nicht einfach?

Stellen wir uns einmal vor, dass eine außerirdische Spezies unseren Planeten erforscht. Die fremden Besucher bräuchten nicht lange, um zu erkennen, dass der Mensch die dominante Spezies der Erde ist. Als erstes würden sie wahrscheinlich unseren technologischen Entwicklungsstand einordnen und dann feststellen, dass wir über notwendige Überlebens- und Arterhaltungsmöglichkeiten verfügen. Sie würden sehen, dass der Mensch mit seiner Technologie in der Lage ist, seinen Lebensraum auf ewig zu erhalten, jedem seiner Artgenossen Wohlstand bescheren kann und sogar in der Lage ist, fremde Planeten und Himmelskörper zu besuchen. Schauten sie aber genauer, würden sie sehen, dass der Mensch seinen eigenen Lebensraum systematisch vernichtet, den größten Teil seiner eigenen Art vom Reichtum ausschließt, also alles daransetzt, sich auf Dauer selbst auszurotten. „Welch merkwürdige Spezies. Lass´ uns lieber noch warten, mit der Einladung in die ´Föderation der vereinten Planeten´!“, würden sie sagen und weiterfliegen.
Als Mensch fühlt es sich eigenartig an, die Erde – also seinen eigenen Lebensraum – zu vernichten, und gleichzeitig zu wissen, dass das gar nicht nötig wäre. Unkluge Systeme in Wirtschaft und Politik scheinen uns an bestimmte Verhaltensmuster zu fesseln, dabei könnten wir uns mit einer sehr hohen Geschwindigkeit weiterentwickeln, was wir auch sollten. Irgendetwas hindert uns daran. Große Untergangsszenarien werden an die Wand gemalt. Gehen wir ein paar davon einmal durch:
Eine große Angst geht von einer immer größer werdenden Weltbevölkerung aus. Laut der DSW wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9,8 und im Jahr 2100 auf 11,3 Milliarden Menschen anwachsen. Für manche sind dies gruselige Zahlen, aber im Grunde ist dies ein aufgebauschtes Thema, welches, wenn wir es richtig anpacken, gar kein Problem darstellen wird. Es werden mehr Menschen in Städten leben und es wird mehr Nahrung gebraucht. Dass Menschen heute an Hunger leiden müssen, macht schon aus der Sicht unserer Außerirdischen keinen Sinn, weil wir durch bloße Umverteilung bereits eine weitere Erde ernähren könnten und das nur mit den Nahrungsmitteln von heute. Wir könnten laut Prof. Franz Josef Radermacher von der Universität Ulm etwa 13 Milliarden Menschen ernähren. Trotzdem verhungern jedes Jahr etwa 8,8 Millionen Menschen völlig unnötig.
Auch durch eine vegane Ernährung könnte die Menschheit die achtfache Getreidefläche einsparen, oder eben viel mehr Menschen ernähren. Aber auch für die Fleischfresser dieser Erde gibt es in einem solchen Fall Hoffnung durch genetisch produziertes Fleisch, was sogar in den kommenden zwei Jahren auf den Markt kommen soll. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Oliver de Schutter, wirbt für einen effektiveren ökologischen Umbau in der Landwirtschaft. Untersuchungen haben ergeben, dass dies die Nahrungsmittelproduktion in Afrika südlich der Sahara um etwa 200 Prozent erhöhen könnte. Wir haben also einen erheblichen Spielraum, wenn es um die Nahrungsmittelproduktion geht. Wir müssen die Nahrung nur allen Menschen zugänglich machen, weil der freie Markt, global gesehen, versagt.
Ein weiteres großes Menschheitsproblem ist der Klimawandel. Auch diesen könnte man aus der Sicht der Außerirdischen problemlos aufhalten. Sie müssen uns keine grandiosen Technologien zur Verfügung stellen, weil wir diese bereits haben. Ein globales Netzwerk von erneuerbaren Energielieferanten reichte aus. Laut einer Studie der Stanford University ist dies in Form von einer 100 prozentigen Elektrifizierung machbar und das in allen Ländern dieser Erde.
Auch gesellschaftlich muss einiges geschehen, denn Utopien wachsen nur mit gesundem Menschenverstand und ohne religiösen Ballast. Christlich konservative Kräfte versuchen zurzeit jeden Fortschritt rückgängig zu machen. Dies ist gekennzeichnet durch die Deliberalisierung der Gesellschaft, die Erhöhung von falscher Sicherheit, das Berufen auf christliche „Werte“ und das Infragestellen der Menschenrechte. Muslimisch konservative Kräfte wollen eigentlich das Gleiche, nur auf der anderen Seite. Sollen sie sich doch zusammentun! Aber die eigenartigen religiösen Werte scheinen ein Formieren (zum Glück) zu unterbinden und hält die beiden Lager weit auseinander. Auch hier muss ein Wandel geschehen. Was konservative Hardliner dieser Erde zuhause so treiben wollen, sollen sie machen. Es darf aber keine politischen Züge annehmen. So dürfen wir unsere Kinder nicht religiös indoktrinieren. In Deutschland geschieht dies in großen Teilen. Der Staat sollte vollkommen säkular agieren und religiöse Ritualorgien nicht finanzieren. Auch der Religionsunterricht sollte beispielsweise durch einen Ethikunterricht ersetzt werden. Darum keinen Islamunterricht einführen, sondern jeglichen Religionsunterricht an Schulen abschaffen. Lasst uns unseren Nachwuchs nicht in Glaubensrichtungen separieren! Jeder sollte nur privat an die Zahnfee, den Weihnachtsmann, Gott, Chemtrails, Thor, Darth Vader, Gandalf, Zeus oder Allah glauben dürfen, ohne andere damit zu belästigen.
Wo sind sie hin, die Utopien? Lasst uns nicht weiter über Nichtigkeiten debattieren, sondern Utopia erschaffen. Sollte jemand ein Kopftuch tragen? Sollte es eine deutsche Leitkultur geben, oder nicht? Natürlich nicht. Das sind alles schon längst beantwortete Fragen, wofür uns unsere Außerirdischen auslachen. Stattdessen sollten wir an einer besseren Welt arbeiten:
Wir müssen Armut überwinden, dafür sind soziale Investitionen in Menschen notwendig. Nur dies löst die grundlegenden gesellschaftlichen Spannungen. Dazu brauchen wir eine Umverteilung und ein Abbau des konzentrierten Reichtums. Den freien Markt müssen wir steuern, weil er für die Bedürfnisse Aller nicht ausreicht. Unsere Kinder müssen wir, bis sie volljährig sind, von Religion fernhalten und in einem Maße bilden, damit sie sich ebenfalls mit der Rettung der Erde beschäftigen. Die Elektrifizierung der Welt mit erneuerbaren Energien und die Einschränkung der Tierzucht hilft uns, den Klimawandel zu stoppen. Das ist der grobe Fahrplan nach Utopia.

Quellen: FAO, DSW, Universität Ulm, Oxford University, Stanford University