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Starkregen in der Nordstadt

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Straßenschäden an der Briller Straße

Von Klaus Lüdemann


Der Starkregen am 29. Mai hatte auch in der Elberfelder Nordstadt gravierende Auswirkungen. Die Wassermassen bildeten Bäche, die sich über die untere Briller Straße und die untere Wiesenstraße ergossen und alles mitrissen. Die kleinen Pflastersteine wurden unterspült und weggeschwemmt. Irgendwann wurden selbst die schweren Gehwegplatten mitgerissen. An einigen Stellen bildeten sich bis zu 30 cm tiefe Löcher. Das Geröll wurde in der Briller Straße bis zum Deweerthschen Garten geschwemmt. Am Dienstagabend war dort bereits ein Kehrwagen der ESW und mehrere Männer mit Schüppe und Besen im Einsatz, um das Geröll zu beseitigen. Bereits am Mittwochmorgen sichtete ein Mitarbeiter des Verkehrsressorts der Stadtverwaltung zusammen mit drei Bauarbeitern in der Wiesenstraße die Schäden. Die Löcher im Bürgersteig wurden abgesichert.

Für viele Menschen in der Nordstadt hieß es am Diensttagabend oder in der Nacht Keller leerschöpfen. Genaue Zahlen hat niemand. Zwischen 5.000 und 10.000 Keller waren in ganz Wuppertal mit Wasser gefüllt. Die Höhen schwankten. Zehn Zentimeter war normal. Ganz Dicke kam es in den Häusern längs der Sporthalle Gathe. Dort stieg das Wasser bis in den ersten Stock und dort wurde auch am Mittwoch noch gepumpt.

Die Solidarität war groß. Nachbarn halfen sich, in der Wiesenstraße lieh ein Bauunternehmer seinen Nachbarn eine elektrische Pumpe.

Bereits am Mittwoch begann das Aufräumen. Die feuchten Kartons und andere Dinge mussten raus aus den Kellern. Die AWG schaltete schnell und organisierte mit Hilfe aus anderen Städten eine Sonder-Sperrmüllabfuhr für das folgende Wochenende. Bereits am Donnerstag (Fronleichnam) waren die Hotspots klar zu erkennen: Die meisten Sperrmüllhaufen lagen in der Friedrich-Ebert-Straße am Robert-Daum-Platz und in der unteren Wiesenstraße.

Sperrmüll in der Wiesenstrasse

Sperrmüll in der Wiesenstraße

Auch in städtischen Gebäude hatte der Starkregen Folgen: Die Sporthalle Gathe wurde geflutet. Da der Hallenboden komplett ausgewechselt werden muss, wird es vor den Sommerferien nichts mit Sportunterricht und Vereinssport.

Was folgt jetzt an Konsequenzen? Den Starkregen können wir nicht abschalten. Er wird wiederkommen und immer öfter. Wir können die Folgen abmildern. Eine Apotheke am Deweerthschen Garten verhinderte mit acht Sack Blumenerde, dass das Wasser in die Verkaufsräume floss. Sandsäcke in den Quartieren konnten die eine oder andere Kellerüberschwemmung verhindern.

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Kategorien:Aktuell, Wuppertal