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Utopia goes Bee – Bienen in Utopia Stadt

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Candy und die Bienenstöcke

Von Klaus Lüdemann


Bisweilen begegnen wir seit einigen Wochen am Mirker Bahnhof einer Person im weißen Anzug mit Schleier. Nein hier wird nichts lackiert – es ist Candy eine Imkerin, die dort vier Bienenvölker betreut. Seit drei Jahren wurde bei Utopia Stadt diskutiert, dann machte Candy ernst, besuchte einen Imker-Kurs in Bochum und baute die Bienenkisten (Imker nennen sie Beute) aus Holz. Im April zogen dann vier Bienenvölker ein. Seitdem haben sie sich prächtig entwickelt.

Das Projekt findet großes Interesse. Immer wieder sprechen Menschen Candy an. Candy erzählt gern über die Bienen und das Projekt. Sie macht das alles ehrenamtlich und hofft, im Spätsommer den ersten Honig zu ernten und in Utopia-Stadt anbieten zu können. Auch bei der Hitze in diesem Mai schafften es die Bienen, die Temperatur im Bienenstock auf ca. 34 Grad Celsius zu halten. Die Arbeiterinnen verlassen den Bienenstock frühmorgens und kehren erst abends zurück. Der Flugbereich misst mehrere Kilometer. Die Bienen finden im Utopia-Stadtgarten und im Umfeld reichlich Nahrung, z.B. Kastanienblüten und jetzt Brombeeren. Das Angebot ist in der Stadt weit interessanter als auf dem Lande, wo durch Monokulturen und Einsatz von Pestiziden kaum geeignete Blüten vorhanden sind.

Noch schwieriger ist es für die Wildbienen, die keine Gemeinschaft bilden, sondern als spezialisierte Einzelkämpfer lange nach für sie geeigneten Blüten suchen müssen. Wer ihnen helfen will, kann im Garten oder auf dem Balkon ein Insektenhotel aufstellen oder noch besser für Bienen geeignete Blumen-Saatmischungen aussähen. Die Niströhrchen im Insektenhotel sollen dabei nicht aus Nadelholz, sondern bevorzugt aus Buchenholz bestehen, damit das Hotel auch angenommen wird. Wichtig ist auch eine Vielfalt von Blüten im Garten. Und bitte keine Pestizide einsetzen!

Vermutlich leiden die Bienenvölker am meisten unter den menschlichen Eingriffen in die Natur. Wissenschaftler sind sich einig, dass die ungewöhnlich hohen Bienenverluste einen multikausalen Ursprung haben. Pestizide und andere Umweltgifte, abnehmende Pflanzenvielfalt , die nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe, die sich seit Ende der 1970er Jahre rasant über Mittel- und Westeuropa ausbreitete, und verschiedene Viren und andere Parasiten setzen den Bienenvölkern zu.

Die Masse des in Deutschland konsumierten Honigs wird importiert. Nur etwa 20% wird im Inland produziert. Die Verbraucher in Deutschland verzehren rund ein Kilogramm Honig pro Kopf und Jahr. Die Importe stammen überwiegend von außerhalb der EU, vor allem aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Allein diese drei Länder liefern fast die Hälfte des Bienenhonigs, der in Deutschland verzehrt wird. Weitere wichtige Importländer sind Kuba und China sowie innerhalb der EU Ungarn, Bulgarien, Spanien, Rumänien und Italien.

Die Verbraucherverbände empfehlen, beim Kauf von Honig auf die Herkunft zu achten. Auch bei Honig, der auf den ersten Blick aus Deutschland zu stammen scheint, findet sich oft ein Hinweis auf eine Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern. Das muss nicht auf mindere Qualität hindeuten, heißt aber: Der Honig kann überall herkommen.

Bei Candys Bienen wissen wir, woher der Honig kommt

Kategorien:Aktuell, Wuppertal